Checkliste zur fachgerechten Prüfung von Brandschutzabschott
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Checkliste zur fachgerechten Prüfung von Brandschutzabschottungen in elektrischen Durchführungen im Industriebau

Sichere Verkabelung durch Feuerwiderstand prüfen

Checkliste zur fachgerechten Prüfung von Brandschutzabschottungen an elektrischen Durchführungen im Industriebau Kurzantwort Elektrische Durchführungen in…

23.10.2026 · Magdalena Busch · 3 Min. Lesezeit

Kurz erklärt

Checkliste zur fachgerechten Prüfung von Brandschutzabschottungen an elektrischen Durchführungen im Industriebau Kurzantwort Elektrische Durchführungen in…

💡 Wichtigste Punkte

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Checkliste zur fachgerechten Prüfung von Brandschutzabschottungen an elektrischen Durchführungen im Industriebau

Kurzantwort
Elektrische Durchführungen in Industriebauten sind kritische Schwachstellen beim Brandschutz. Eine lückenhafte oder falsch ausgeführte Abschottung kann innerhalb Minuten zur Brandausbreitung führen. Diese Checkliste hilft Bauleitern und Sicherheitskoordinatoren, systematisch zu prüfen, ob Brandschutzabschottungen an Kabeldurchführungen den Anforderungen von Feuerwiderstandsklassen wie F90 oder F120 entsprechen – und dokumentiert jede Prüfung rechtssicher.

Warum diese Checkliste
In der Praxis scheitern Brandschutzprüfungen oft an Kleinigkeiten: fehlende Prüfzeugnisse, falsche Dichtmaterialien oder mangelnde Abstimmung zwischen Elektro- und Tiefbau. Gerade in Industriebauten mit hohen Brandlasten und strengen Anforderungen (z. B. F120) reicht ein „optischer Check“ nicht aus. Diese Checkliste schließt die Lücke zwischen Normenvorgaben und Baustellenerfordernis – mit klaren Prüfpunkten, die Haftungsrisiken minimieren und die Zusammenarbeit der Gewerke strukturieren.

Die Checkliste
Verwenden Sie diese Punkte als Vorlage für jede Prüfung. Jeder Punkt muss dokumentiert werden.

  • Prüfung der Feuerwiderstandsklasse (Fxx)
    Ist die geforderte Feuerwiderstandsklasse (z. B. F90, F120) im Leistungsverzeichnis und auf der Planung vermerkt? Stimmt die ausgeführte Abschottung mit der zugelassenen Systemlösung überein?

  • Vorhandensein eines Prüfzeugnisses
    Liegt ein aktuelles Prüfzeugnis (z. B. vom ift Rosenheim oder DIBt) für das verwendete Abschottungssystem vor? Ist es auf dem Prüfprotokoll abgelegt?

  • Kompatibilität des Dichtstoffs mit der Durchführung
    Wurde der Dichtstoff (z. B. Brandschutzschäume, -platten, -Mörtel) für die genutzte Kabelart (Nieder- oder Mittelspannung, Leitungstyp) und Durchmesser freigegeben?

  • Maximale Kabelanzahl und -füllung
    Wird die maximal zugelassene Kabelanzahl oder der zulässige Füllgrad der Durchführung nicht überschritten? (Beispiel: max. 40 % Füllgrad bei geschäumten Systemen)

  • Durchmesser der Durchführung
    Ist der Durchmesser der Öffnung exakt auf die Kabelbündel abgestimmt? Keine zu großen Bohrungen, die mit nicht zugelassenen Materialien verfüllt wurden.

  • Verwendung zugelassener Systemkomponenten
    Werden nur im Prüfzeugnis genannte Materialien und Systeme (z. B. Brandschutzkragen, -manschetten) verwendet? Keine Eigenbau-Lösungen ohne Zulassung.

  • Dauerhafte Zugänglichkeit zur Prüfung
    Ist die Durchführung auch nach Fertigstellung zugänglich? Werden Abschottungen nicht durch nachträgliche Einbauten (z. B. Isolierungen, Abhängungen) verdeckt?

  • Dokumentation der Prüfung
    Wurde die Prüfung mit Datum, Unterschrift, Foto und Bezug zur Bauteilzone dokumentiert? Wird die Dokumentation zentral (z. B. in BauCockpit) abgelegt?

Typische Fehler
Diese Fehler tauchen in der Praxis immer wieder auf – und gefährden den Brandschutz.

  • Fehlende Abstimmung zwischen Elektro- und Tiefbau
    Elektro montiert Kabel, Tiefbau setzt die Abschottung – aber keiner prüft, ob das System für die Kabelanzahl zugelassen ist. Ergebnis: nicht konforme Durchführung.

  • Verwendung nicht zugelassener Materialien
    Beispiel: Ein nicht brennbarer Dämmstoff wird als „gut genug“ in die Durchführung gestopft. Ohne Prüfzeugnis ist das rechtlich riskant und technisch unzureichend.

  • Unvollständige Dokumentation
    Die Abschottung sieht „gut aus“, aber es fehlt das Prüfprotokoll. Bei einer Bauprüfung oder im Schadensfall haftet der Bauleiter.

  • Zu große Bohrungen
    Bohrungen werden oft zu groß ausgeführt, um Kabel einfädeln zu können. Die verbleibende Lücke wird dann notdürftig verfüllt – gegen jede Zulassung.

  • Nachträgliche Kabelnachrüstung ohne Anpassung der Abschottung
    Neue Kabel werden durch bestehende Abschottungen geführt, ohne die Systemzulassung zu prüfen. Gefährdet den gesamten Brandschutz.

Häufige Fragen

Muss jede einzelne Durchführung geprüft werden?
Ja. Jede elektrische Durchführung in einem baurelevanten Bauteil (Wand, Decke, Stütze) ist eine Prüfstelle. Bei Serienbau kann stichprobenartig geprüft werden – aber nur mit dokumentierter Begründung und Risikobewertung.

Welche Normen sind hier maßgeblich?
Die Grundlage bildet DIN 4102-1 (Feuerwiderstand von Bauteilen). Aktuell wird zunehmend nach DIN EN 13501-2 (Euroklassen) geprüft. Zudem sind die Herstellerzulassungen der Abschottungssysteme bindend.

Wer ist rechtlich verantwortlich, wenn eine Abschottung nicht korrekt ist?
Der Bauleiter trägt die Gesamtverantwortung. Bei fehlender Prüfung oder falscher Ausführung kann er haftbar gemacht werden – auch wenn ein Unternehmer die Arbeit ausgeführt hat.

Wie dokumentiere ich richtig?
Fotografieren Sie jede Durchführung vor und nach der Abschottung. Tragen Sie in ein Prüfprotokoll ein: Datum, Ausführender, System, Prüfzeugnisnummer, Verantwortlicher. Digital gespeichert ist sicherer – z. B. in BauCockpit.

Was tun, wenn das Prüfzeugnis fehlt?
Die Durchführung gilt als nicht geprüft. Fordern Sie das Zertifikat unverzüglich vom ausführenden Unternehmen an. Bis zur Vorlage ist die Baustelle potenziell nicht brandschutzkonform.

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Stand: 23.10.2026 · Für wen: Bauleiter, Sicherheitskoordinatoren, Fachplaner · Content-Score: 58/100

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