Arbeitszeitwünsche steigen auseinander

Das Statistische Bundesamt (Destatis) zieht erste Faziten aus dem Mikrozensus 2025: Während 3,8 Millionen Erwerbstätige eine kürzere Arbeitszeit wünschen, streben 1,5 Millionen eine längere an. Erfasst wurden alle Beschäftigten im Alter von 15 bis 74 Jahren, sowohl Voll- als auch Teilzeitbeschäftigte. Die Zahlen zeigen eine zunehmende Polarisierung in den Erwartungen an die Arbeitszeit.

Unterschiede in der aktuellen Arbeitszeit

Die Gruppe, die weniger arbeiten möchte, leistet derzeit durchschnittlich 40,9 Wochenstunden – also nahe der klassischen Vollzeit. Ihr Wunsch: um 10,5 Stunden pro Woche zu kürzen. Diejenigen, die mehr arbeiten wollen, sind aktuell mit durchschnittlich 26,2 Stunden beschäftigt und wünschen sich eine Steigerung um ebenfalls 10,5 Stunden. Das entspricht einer Zielarbeitszeit von knapp 37 Stunden.

Einordnung für die Bauwirtschaft

Im Baugewerbe, das oft auf lange Arbeitszeiten und Schichtbetrieb setzt, kann dieser Trend zu individuelleren Arbeitszeitmodellen neue Herausforderungen stellen. Gleichzeitig eröffnet die Nachfrage nach mehr Arbeitszeit Chancen, Engpässe bei Fachkräftemangel durch motivierte Teilzeitkräfte zu mildern. Eine flexible Personalplanung wird daher immer wichtiger. Digitale Tools können helfen, solche Prozesse effizienter zu organisieren.