Stärkere Währung durch Kapitalmarktunion

Der Wirtschaftswissenschaftler Bert Rürup betont, dass die wirtschaftliche Souveränität Europas über die bloße Existenz des Euro hinausgeht. Entscheidend sei ein integrierter, tiefgreifender Kapitalmarkt, der Investitionen innerhalb der EU bündelt und international wettbewerbsfähig macht. Nur so könne der Euro als echte Weltwährung neben dem US-Dollar bestehen.

Weltwährung statt regionaler Tauschmittel

Rürup kritisiert, dass der Euro bislang nicht die globale Stellung erreicht hat, die für geopolitische Handlungsfreiheit nötig ist. Ein funktionierender Kapitalmarkt von europäischem Zuschnitt könne dazu beitragen, dass Staaten und Unternehmen in Euro finanzieren, ohne auf ausländische Märkte angewiesen zu sein. Das schütze vor externen Schocks und stärke die Unabhängigkeit.

Was bedeutet das für Bauunternehmen?

Ein stabiler europäischer Kapitalmarkt könnte langfristig günstigere Kreditkonditionen und stabilere Baufinanzierungen ermöglichen. Gerade im Hoch- und Infrastrukturbau profitieren Unternehmen von sicheren Investitionsrahmenbedingungen. Eine stärkere Währungsposition könnte auch Importkosten für Baumaterialien dämpfen.