Produktionsstopp bei Covestro

Der deutsche Chemiekonzern Covestro plant die weitgehende Einstellung der Polycarbonat-Produktion am belgischen Standort Antwerpen. Das bestätigte das Unternehmen gegenüber dem Handelsblatt. Betroffen sind rund 260 Arbeitsplätze. Polycarbonat gilt als eines der wichtigsten Kunststoffprodukte des Konzerns – unter anderem für die Bau- und Baustoffindustrie.

Hintergrund: Energiekosten und strukturelle Schwächen

Grund für den Rückzug sind nicht nur die hohen Energiekosten in Europa, sondern auch strukturelle Belastungen der europäischen Chemiebranche. Im internationalen Vergleich verliert die Region an Wettbewerbsfähigkeit. Die Produktionskosten in Asien und Nordamerika sind deutlich niedriger. Dadurch wird die Herstellung in Europa wirtschaftlich zunehmend unattraktiv.

Was bedeutet das für Bauunternehmen?

Polycarbonat wird unter anderem in der Bauwirtschaft für transparente Bauteile wie Dachverglasungen, Lichtkuppeln oder Schallschutzwände verwendet. Ein Rückgang der europäischen Produktion könnte mittelfristig zu Lieferengpässen oder steigenden Baupreise für kunststoffbasierte Baustoffe führen. Bauunternehmen sollten sich daher auf potenzielle Materialengpässe und Preisschwankungen einstellen.