Neue Brücke zwischen Alt und Neu

Seit seiner Gründung 1922 kämpft das Designmuseum in Gent mit einer fragmentierten Raumsituation. Ursprünglich in einem ehemaligen 18. Jahrhundert-Hotel beheimatet, folgte später die Integration eines 16. Jahrhundert-Stadthauses für Büros. Die fehlende physische Verbindung zwischen den Gebäuden blieb jahrzehntelang ein Hindernis – bis heute. Mit dem neuen Erweiterungsbau von Carmody Groarke in Zusammenarbeit mit RE-ST, BCmaterials und Atama wird die langjährige Baulücke geschlossen.

Architektur als Bindeglied

Der Neubau setzt auf eine klare, zeitgenössische Architektursprache, die bewusst im Dialog mit der historischen Substanz steht. Statt zu dominieren, fungiert die Erweiterung als verbindendes Element. Bereits 1992 wurde mit einem Anbau von Willy Verstraete ein Statement der 1980er-Jahre-Architektur gesetzt – mit geschwungenen Linien, Galerien auf mehreren Ebenen und einem markanten Glas-Tonnendach. Der neue Bau nimmt diese Idee der offenen, flexiblen Raumgestaltung auf und führt sie konsequent weiter.

Was bedeutet das für Bauunternehmen?

Projekte wie dieses zeigen, wie wichtig interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Architekten, Ingenieuren und Baufirmen ist. Die Integration moderner Konstruktionen in historische Bestände erfordert präzise Planung, sensibles Vorgehen und innovative Lösungen – besonders bei der Statik, der Gebäudeaufführung und der Anschlussdetailplanung. Die Verwendung nachhaltiger Materialien und die Berücksichtigung von Denkmalschutz spielen dabei eine zentrale Rolle.