Chinas Erfolg durch gezielte Industriepolitik

Die chinesische Wirtschaft hat in den letzten Jahrzehnten beeindruckende Fortschritte in Schlüsseltechnologien wie KI, Halbleiter und Elektromobilität erzielt. Diese Entwicklung ist kein Zufall, sondern das Ergebnis einer langfristig angelegten Industriepolitik, die staatliche Förderung, strategische Investitionen und protektionistische Maßnahmen kombiniert. Max Zenglein und Robin Schindowski, China-Experten des Mercator Institutes for China Studies (MERICS), analysieren diese Strategie und stellen fest: Pekings Vorgehen hat systematisch Branchen aufgebaut, die heute global wettbewerbsfähig sind.

Begrenzte Übertragbarkeit nach Deutschland

Trotz der Erfolge sehen die Experten nur einen einzigen Aspekt der chinesischen Politik als übertragbar für Deutschland: die konsequente Förderung von Innovation durch langfristige staatliche Programme. Anders als in China fehlt es in Deutschland jedoch an einem kohärenten Industriestrategiekonzept. Zudem unterscheiden sich politische Systeme, Rechtsrahmen und Marktbedingungen grundlegend. Die enge Steuerung durch den Staat, wie in China üblich, wäre in Deutschland weder demokratisch legitimiert noch wirtschaftlich sinnvoll.

Einordnung für die Bauwirtschaft

Für das Baugewerbe bedeutet dies, dass direkte Kopien chinesischer Modelle nicht funktionieren. Dennoch kann die gezielte Förderung von Technologien wie digitalen Bauplattformen oder nachhaltigen Baumaterialien als Vorbild dienen. Gerade im Bereich energieeffizientes Bauen oder Digitalisierung könnte Deutschland von einer stärkeren staatlichen Lenkung profitieren. Die Herausforderung liegt darin, regulatorische Hürden abzubauen und Investitionen in Innovationen zu beschleunigen. Digitale Tools können helfen, solche Prozesse effizienter zu organisieren.