EU-Kommission plant neue Regel für Zertifikate

Die Europäische Kommission erwägt, den Bezug kostenloser Emissionszertifikate an verpflichtende Investitionen im Klimaschutz zu koppeln. Bisher erhalten energieintensive Unternehmen diese Zertifikate, um Wettbewerbsnachteile gegenüber Drittstaaten auszugleichen. Die neue Regelung soll sicherstellen, dass die Industrie ihren Beitrag zur Klimaneutralität aktiv vorantreibt.

Kritik: Systemwidrig und fehlgeleitet

Unternehmensverbände und Branchenexperten kritisieren den Vorstoß scharf. Sie werfen Brüssel vor, mit der Maßnahme indirekt Druck auf Unternehmen auszuüben, statt klare, planbare Rahmenbedingungen zu schaffen. Die Verknüpfung von Gratiszertifikaten mit Investitionspflichten gelte als systemwidrig, da sie den eigentlichen Zweck des Emissionshandels untergrabe. Stattdessen entstehe ein Instrument der Zwangsumverteilung.

Was bedeutet das für Bauunternehmen?

Obwohl der Vorschlag vorerst vor allem energieintensive Industrien betrifft, könnte er mittelbar auch das Baugewerbe betreffen. Sollten Baustoffhersteller wie Zement- oder Stahlproduzenten durch strengere Auflagen höhere Kosten tragen müssen, würden diese sich auf Baupreise übertragen. Bauunternehmen müssten mit steigenden Materialkosten und Planungsunsicherheit rechnen.