Vierte Kredite vor Refinanzierung

Eine aktuelle Studie von EY-Parthen0n zeigt: Rund 25 Prozent aller bestehenden Immobilienkredite laufen in den nächsten Jahren aus. Diese Kredite müssen zu höheren Zinssätzen neu finanziert werden. Die Folge: gestiegene Finanzierungskosten, insbesondere für gewerbliche Eigentümer und Projektentwickler. Die angespannte Zinssituation trifft vor allem Unternehmen, die auf langfristige Planungssicherheit angewiesen sind. Bauunternehmen, die noch auf Altfinanzierungen mit niedrigen Zinsen angewiesen sind, könnten bei neuen Projekten an ihre Grenzen stoßen.

Was bedeutet das für Bauunternehmen?

Steigende Refinanzierungskosten führen zu einer Verschärfung des Wettbewerbs. Wer keine soliden Eigenkapitalreserven hat, droht aus dem Markt gedrängt zu werden. Gleichzeitig sinkt die Nachfrage nach Neubauten, da Investoren vorsichtiger werden. Gerade im Gewerbeimmobilien- und Wohnbau-Segment wird es eng. Projektstopp oder Insolvenz könnten die Folge sein, wenn Bauherren ihre Finanzierung nicht mehr stemmen können. Die Bauwirtschaft muss daher mit geringerer Auftragslage rechnen – besonders bei größeren Vorhaben.

Einordnung für die Bauwirtschaft

Die anstehende Marktbereinigung könnte langfristig gesündere Strukturen schaffen. Spekulative Blasen könnten abgebaut werden. Gleichzeitig steigt aber der Druck auf mittelständische Bauunternehmen, die auf feste Kalkulationen angewiesen sind. Steigende Material- und Finanzierungskosten erschweren die Angebotskalkulation. Wer hier nicht flexibel agiert, verliert Aufträge. Digitalisierung und effiziente Prozesse werden daher zum entscheidenden Wettbewerbsfaktor.