Wie funktioniert der KI-Betrug?

Ein ehemaliger Verwaltungsratschef der italienischen Fideuram-Bank überwies irrtümlich 95 Millionen Euro an Betrüger. Die Täter nutzten eine manipulierte WhatsApp-Nachricht, um sich als vertrauenswürdiger Geschäftspartner auszugeben. Mithilfe fortschrittlicher KI-Technologien wurden Stimmen und Schreibstile so täuschend echt nachgeahmt, dass der Manager keinen Verdacht schöpfte. Die Täter hatten monatelang Kommunikationsmuster analysiert, um schließlich eine perfekt gefälschte Nachricht zu versenden. Erst nach der Überweisung wurde der Betrug entdeckt. Nur 36 Millionen Euro konnten bislang zurückgeholt werden.

Einordnung für die Bauwirtschaft

Auch im Bauwesen steigt die Gefahr, Opfer von KI-gestützten Phishing-Angriffen zu werden. Bei hohen Zahlungsverkehren, langen Lieferketten und sensiblen Vertragsdaten sind Unternehmen besonders anfällig. Die Digitalisierung im Bau bringt viele Vorteile, aber auch neue Risiken – vor allem, wenn Kommunikation über Messenger läuft. Projektmanager, Geschäftsführer und Einkäufer müssen geschult werden, um manipulierte Nachrichten zu erkennen. Die Verwendung von KI zur Nachahmung von Stimmen oder Schreibstilen macht klassische Sicherheitsabfragen obsolet.

Was bedeutet das für Bauunternehmen?

Unternehmen im Baugewerbe sollten interne Prozesse überprüfen, insbesondere bei Finanztransaktionen. Klare Freigaberegeln, mehrere Prüfpersonen und sichere Kommunikationswege sind essenziell. Digitale Tools können helfen, solche Prozesse effizienter zu organisieren. Die Authentifizierung von Anweisungen per Messenger sollte stets durch sichere Kanäle ergänzt werden.