Veraltete Praxis im Rohstoffeinsatz

Deutschland gewinnt jährlich rund 550 Millionen Tonnen Primärrohstoffe – trotz vorhandener Alternativen. Ein Großteil könnte durch Sekundärbaustoffe ersetzt werden. Doch aktuell behindern fehlende Standards und regulatorische Hürden den Durchbruch der Kreislaufwirtschaft im Bauwesen. Neun Branchenverbände, darunter die Bundesgütegemeinschaft Recycling-Baustoffe und der Deutsche Bauverband, fordern deshalb eine grundlegende Änderung: mehr Vertrauen in Recyclingmaterialien, flankiert durch klare gesetzliche Vorgaben.

Einordnung für die Bauwirtschaft

Die Forderungen zielen auf vier zentrale Maßnahmen: verbindliche Quoten für Sekundärrohstoffe, einheitliche Prüfverfahren, bessere Ausschreibungsbedingungen und die Überwindung bestehender Vorurteile gegenüber Recyclingmaterialien. Bisher entscheiden Auftraggeber oft aus Unsicherheit oder mangelndem Know-how für Primärmaterialien – auch wenn Sekundärstoffe technisch gleichwertig sind. Die Verbände warnen: Ohne klare politische Rahmenbedingungen bleibt der Anteil an recycelten Baustoffen niedrig, was Ressourcenverschwendung und unnötige Umweltbelastungen fördert.

Was bedeutet das für Bauunternehmen?

Für Bauunternehmen könnte sich die Situation bald ändern. Kommen verbindliche Recyclingquoten, müssen Betriebe ihre Beschaffungs- und Planungsprozesse anpassen. Gleichzeitig eröffnen sich neue Chancen: Wer früh in die Nutzung von Sekundärbaustoffen investiert, kann sich als zukunftsfähiger Partner positionieren. Auch die Kostenseite spielt eine Rolle: Bei steigenden Entsorgungs- und Rohstoffpreisen kann Recycling langfristig wirtschaftlicher werden. Digitale Tools können helfen, solche Prozesse effizienter zu organisieren.