Regelmäßige Leistungsspitzen im Stromnetz

Seit mehreren Jahren beobachten Netzbetreiber im europäischen Verbundnetz ein ungewöhnliches Phänomen: Alle 60 Sekunden tritt eine messbare Leistungsspitze auf. Diese periodische Schwankung war lange Zeit nicht erklärt – bis jetzt. Im Reallabor des Forschungszentrums Jülich konnten Wissenschaftler die Ursache eingrenzen. Die Spitzen stammen nicht aus zentralen Kraftwerken, sondern dezentral – vermutlich durch automatisierte digitale Systeme.

Technologische Ursache im Fokus

Die Analyse deutet darauf hin, dass die Ursache in der Synchronisation tausender dezentraler Geräte liegen könnte. Denkbar sind industrielle Steuerungssysteme, Smart-Meter-Infrastrukturen oder KI-gestützte Energiemanagementsysteme, die im Sekundentakt Daten abrufen oder Steuerbefehle senden. Diese kurzen, gleichzeitigen Lastspitzen summieren sich landesweit zu messbaren Effekten im Netz. Die genaue Identifikation der Gerätegruppe ist Gegenstand weiterer Untersuchungen.

Einordnung für die Bauwirtschaft

Auch im Bauwesen gewinnt die Digitalisierung an Bedeutung – mit steigendem Einsatz intelligenter Gebäudeautomation, vernetzter Baustellenüberwachung und KI-basierter Energieoptimierung. Diese Systeme kommunizieren oft im Takt und greifen gleichzeitig auf Strom zurück. Zwar sind einzelne Baustellen marginal, doch flächendeckend könnten sie solche Effekte mitverursachen. Ein besseres Verständnis hilft, Lastspitzen zu vermeiden und Netze stabil zu halten.